Kleine Presseschau zur Frenker Heimatstube


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1997

Eine Sammlung voller Geschichte

Wilhelm Hölscher will im Januar die „Frenker Heimatstuben" eröffnen

Von Wilfried Voß

Frenke. Es gibt sie gottseidank noch, die Stillen im Lande, die mehr bewirken als manche tönenden Lautsprecher. Einer von diesen Leisen ist der Landwirt Wilhelm Hölscher in Frenke: Der Hobby-Archäologe, Holzschnitzer und aktive zweite Vorsitzende des Museums-Fördervereins Börry wird bald als Sammler alter dörflicher und bäuerlicher Gebrauchsgegenstände vor die Öffentlichkeit treten. Sein selbstgestecktes Ziel hat er fast erreicht. Auf dem nicht mehr genutzten, ausgebauten Heuboden seines Gehöftes entstehen die „Frenker Heimatstuben", ab Frühjahr kommenden Jahres ein lohnendes Ziel für heimatverbundene Besucher, interessierte Feriengäste und Schulklassen.

Schon als Junge interessierte ihn das alte, ländliche Gebrauchsgut. Was andere achtlos wegwarfen, bewahrte er sorgsam auf. Banale Dinge, im Sinne „modernen Fortschritts" aussortiert, Wilhelm Hölscher sammelte sie und überzeugte seine Mitbürger im Dorf, wie wertvoll die Kenntnis von diesen einfachen Geräten einmal für nachfolgende Generationen sein könnte. So brachten ihm viele das beim Aufräumen ihrer Dachböden gefundene „Überflüssige" und Wilhelm Hölscher war ein dankbarer Abnehmer.

Archäologische Kostbarkeiten

Einen Grundstock seiner zukünftigen Austeilung bildet die Sammlung archäologischer Kostbarkeiten, die der aufmerksame Landwirt bei der Feldarbeit im Umkreis Frenkes fand: Zeugen der Stein-, Eisen- und Bronzezeit bis zum Mittelalter, sorgfältig in Vitrinen geordnet und beschriftet. Daneben eine ungewöhnliche Schädelvitrine, von der Spitzmaus bis zum Großrind! Die Gebrauchsgegenstände aus dem hauswirtschaftlichen Bereich stammen zu 95 Prozent aus dem engeren heimatlichen Raum, geordnet vom Ton- und Holzgeschirr über Eisen, Messing, Kupfer, Emaille, Aluminium, Nirosta bis zu Plastik.

Eine bäuerliche Herdstelle, Holzbearbeitungs- und Schmiedewerkzeuge, Spinnräder, Flaschen und Vorratskörbe, wie zum Beispiel ein Nußkorb, eine sehenswerte Sammlung. Auch die Mode vergangener Zeit wurde nicht vergessen: Hüte und Mützen sowie Kleider aus dem 19. Jahrhundert hat Wilhelm Hölscher zusammengetragen. Eine Sammlung heimatlicher, dorfbezogener Literatur und von Postkarten ist so nebenbei im Entstehen.

In diesem Winter wird noch sortiert, beschriftet, zuammengestellt. Stellwände sind in Vorbereitung. Spezielle Ausstellungen plant Landwirt Wilhelm Hölscher, und er hat sich vorgenommen, interessierten Besuchern und Gruppen eine Menge Wissenswertes aus vergangener Zeit zu erklären. Im Jahr 2000 feiert das kleine Dorf Frenke sein 950jähriges Jubiläum. Die Heimatstuben Wilhelm Hölschers, gekonnt und liebevoll zusammengestellt, werden bestimmt ein Mittelpunkt des festlichen Geschehens werden.

© Dewezet, 18.10.1997


1998

 

© Dewezet, 15.09.1998

 


2000

Mehr Platz für die Frenker Heimatstube

Wilhelm Hölscher eröffnet vierten Raum

Frenke (ll). Damit die Heimatstube von Wilhelm Hölscher nicht aus allen Nähten platzt, hat der Frenker seine Ausstellungsräume jetzt erweitert.

Drei Zimmer unter Hölschers ausgebautem Scheunendach reichten einfach nicht mehr aus für die zahlreichen Exponate, die sich seit der Eröffnung der „Frenker Heimatstube" im September 1998 angesammelt hatten. Eine vierte Stube musste dringend her. „Die Ausstellung erweitert sich ständig", sagt Wilhelm Hölscher. „Wir kamen so langsam in Platznot", erklärt er, warum nun auch der vierte Raum seiner Heimatstube in der Frankestraße eröffnet ist. „Ursprünglich wollte ich keine größeren Teile sammeln. Aber mir wurde dann so vieles angeboten, dass die Erweiterung notwendig wurde", so Hölscher. Und darum habe er auch kurzerhand den ausgedienten Kuhstall umgebaut, der nun als Teil der Frenker Heimatstube fungiert und neuen Platz für Erinnerungen und Relikte alter Zeiten bietet. Als Konkurrenz zum Börryer Museum für Landwirtschaft und Landarbeit versteht Wilhelm Hölscher seine Heimatstube allerdings nicht. „Bewusst sind hier Sachen ausgestellt, die in Börry nicht zu sehen sind", erklärt er. Und andersherum sei es genauso. Feste Öffnungszeiten gibt es nicht in Hölschers Heimatstube. Besucher können telefonisch unter (05157) 263 Besichtigungstermine und Führungen vereinbaren.

© Dewezet, 11.04.2000


2001

Mal lieblich, mal kitschig: Über 50 000 kunstvolle Glanzbilder

Frenke (fi). Wilhelm Hölscher aus Frenke hat sich einen weiteren Traum erfüllt. Das vierte Zimmer der Frenker Heimatstuben ist fertig eingerichtet und erwartet nun auch heimat- und geschichtsinteressierte Besucher. „Jedes Jahr", so der passionierte Sammler, „steht im Frühjahr ein spezielles Thema im Mittelpunkt meiner Ausstellung". In diesem Jahr sind es große Schautafeln mit Oblaten. Das sind kleine Glanzbilder, auch Liebesmarken oder Rosenbilder genannt, die im chromolithografischen Verfahren gedruckt, lackiert, gestanzt und vielfach auch geprägt wurden.

Zu dieser Ausstellung kam es, weil Hölschers Schwiegertochter Sigrun eine alte Liebe neu entdeckt hat. Sie hat inzwischen über 50 000 Oblaten gesammelt. In über 20 Ordnern bewahrt sie diese kleinen, kunstvollen Glanzbilder auf, die ältesten stammen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. „Meine Mutter drückte mir vor 15 Jahren ein kleines Kästchen in die Hand", erinnert sich die eifrige Sammlerin an die Anfänge ihrer Sammelleidenschaft. Sie selbst besaß 100 Glanzbilder aus Kindertagen. Die Motive, liebliche Kinder mit Schleifen im Haar, tanzende Engel, die Sixtinische Madonna, üppige Blumenkörbe und Schwalben mit Liebesbriefen im Schnabel faszinierten Generationen von Mädchen und Frauen – und sind auch heute wieder gefragt.

Die Oblatenherstellung begann etwa um 1865 mit der Patentierung von so genannten lithografischen Dampfpressen. Die schönsten wurden mit bis zu 26 Einzelfarben gedruckt. Das Ergebnis kann heute auch nicht von modernsten Vier-Farb-Offsetmaschinen mehr erreicht werden. Nach 1933 wurden natürlich kriegerische und nationalsozialistische Motive bevorzugt. Ziemlich langweilig, meint Sigrun Hölscher, sei die Glanzbildepoche von 1950 bis 1970, die so genannten „Heile-Welt-Bilder" gewesen. Danach begannen die Comic-Drucke. Den besonderen nostalgischen Reiz sieht die eifrige Sammlerin darin, wenn sie aus Nachlässen alte Poesiealben ergattern kann. Leider, bedauert sie, seien heute Sticker und Presser an die Stelle der originellen Glanzbilder getreten. In Deutschland gibt es nach langjähriger Recherche von Sigrun Hölscher tatsächlich nur noch einen einzigen Hersteller von Oblaten in Coesfeld (Nordrhein-Westfalen). Außerdem existiert in England noch die Mamelok-Press, die früher in Ostdeutschland beheimatet war.

Diese Ausstellung im Heimatmuseum ihres Schwiegervaters ist sehenswert und weckt Erinnerungen an vergangene Kindheitstage. – Neben diesem Mittel-punkt findet der Besucher im gerade fertig gestellten vierten Raum eine große Schulbuchsammlung, beginnend ab 1852. Daneben einen sehenswerten Bieleger, einen Ofen von 1777, den Wilhelm Hölscher in liebevoller Kleinarbeit hier aufgestellt hat. Auch in allen anderen Räumen gibt es keine Stagnation, immer neue „Funde" werden dort zusätzlich ausgestellt. So hat sich die Sammlung der landwirtschaftlichen Geräte in der unteren Scheunendiele inzwischen fast verdoppelt.

© Dewezet, 02.05.2001


2002

Frenker Heimatstuben lockt mit Neuheiten

Wilhelm Hölscher verfügt über fünf Räume

Frenke (fi). „Jedes Jahr etwas Neues für seine interessierten Besucher" - das ist die Devise Wilhelm Hölschers, des leidenschaftlichen Sammlers alter dörflicher Gebrauchsgegenstände in seinen Frenker Heimatstuben. Die Besucher zumindest können sich über einige neue Ausstellungsstücke freuen.

Rasten kommt für ihn überhaupt nicht in Frage. Neben dem alten Kuhstall mit Futterdiele kann er jetzt interessierten Besuchern fünf interessante, mit vielen Sehenswürdigkeiten gefüllte Räume bieten. Die Sammlungen aus dem ländlichen Raum wachsen ständig.

Wilhelm Hölscher hat immer wieder neue Ideen, ordnet und gruppiert, stellt nach Sachgebieten neu zusammen, wenn Neuzugänge dies erforderlich machen. Dazu bietet er Sonderausstellungen an: Im Vorjahr die große Oblatenausstellung, nun im Mai eine von seinem Sohn Cord liebevoll zusammengestellte Lego-Ausstellung mit Bausteinen aus den Anfängen bis in die Gegenwart.

Wilhelm Hölscher freut sich besonders über das Interesse vieler Menschen, die nach dem Besuch seiner Heimatstuben freiwillig aus ihren Erbstücken seine Sammlungen ergänzen. Eine Schusternähmaschine, eine in Kirchohsen entwickelte Viehschermaschine, ein Unikat, eine originale Rote-Kreuz-Kluft von 1941 und viele andere Neuzugänge zeigt er stolz seinen Besuchern.

Es lohnt sich für Vereine und auch kleinere Gruppen, durch die ländliche, dörfliche Vergangenheit in den Frenker Heimatstuben zu wandern, geführt von einem leidenschaftlichen, sachkundigen Sammler. Solch ein Ausflug ist zu jeder Jahreszeit möglich. Größere Gruppen können geteilt werden. Voranmeldung und Absprachen mit Familie Hölscher sind erwünscht unter Telefon (05157) 263.

© Dewezet, 18.04.2002

 

Neue und alte Einblicke in die Welt von Legoland

Frenke (fi). Wie der Vater, so der Sohn: Cord Hölscher, Sohn des Frenker Heimatforschers und Gründer der Frenker Heimatstuben, hat den Sammelleidenschaft von seinem Vater Wilhelm geerbt. Beide ergänzten sich schon bei der Erstellung der Frenker Heimatchronik, beide interessieren sich für die Vergangenheit.

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Martin Hölscher ist von den Bausteinen fasziniert. Foto: ti

Doch Sohn Cord pflegt seit 1993 eine zusätzliche Sammelleidenschaft. Wenn die Söhne mit Lego-Bausteinen anfangen, beginnen auch die Väter, sich dafür zu interessieren. Da Cord Hölscher zwei Söhne hat, begeisterte auch er sich für die neuesten Modelle, von denen Lego in einem Jahr bis zu 100 herausbringt. „Und plötzlich ist man scharf auf alle älteren", meint Cord Hölscher. „So sind bei uns inzwischen knapp 780 Modelle der Jahre 1957 bis 2001 zusammen gekommen." Die Ausstellung in den Frenker Heimatstuben soll einen Querschnitt der Lego-Entwicklung von den frühen einfachen Bausteinen um 1950 über die verschiedenen Lego-Systeme, die seit 1955 auf den Markt kamen, bis zu den komplizierten heutigen Modellen zeigen. Während anfangs die kindliche Phantasie gefordert wurde, sind die neuesten Modelle mit Spezialteilen ausgestattet. Sie werden manchmal nur für ein oder wenige Modelle konstruiert. Die moderne Lego-Entwicklung bezieht sich auch auf Themen wie Starwars und Harry Potter. Ein Höhepunkt der Hölscherschen Ausstellung sind die vier Systeme der Lego-Eisenbahnbausteine, die seit 1966 erschienen sind: von der Ritterburg, dem altenglischen Dorf, der Westernwelt, über Fußball, Mickey Mouse bis hin zu futuristischer Action.

Unter www.hoelscher-com.de/lego/lego1.htm ist Cord Hölscher auch im Internet präsent. Die Ausstellung wird am 19. Mai eröffnet und dauert bis zum 2. November. Am Wochenende steht Cord Hölscher persönlich zur Verfügung. Bitte bei Familie Hölscher voranmelden unter der Telefonnummer 0 51 57 / 2 63.

© Dewezet, 16.05.2002

 


2003

Hauptsache historisch: Sammlung gibt Einblick in Heimatgeschichte

Aerzen/Emmerthal (tac). Ob in Kirchengemeinden, Stadtverwaltungen oder privaten Haushalten: Archive geben Einblicke in die Vergangenheit. Die Redaktion hat sich einen Überblick verschafft – heute in der „Heimatstube" Frenke.

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Interesse an der Heimatgeschichte:
Cord (links) und Wilhelm Hölscher sichten alte Akten im Bücherarchiv. Foto: tac

Wer schon einmal durch Frenke in Richtung Brockensen gefahren ist, dem wird das große Holzschild „Heimatstube" vor der Scheune an der Frankestraße 8 aufgefallen sein. Hier lagern auf 250 Quadratmetern über 1.000 Kalender, von denen der älteste aus dem Jahr 1888 stammt, über 800 Schulbücher von 1850 bis zur heutigen Zeit, 250 Bücher zur Regionalgeschichte, Modezeitschriften von 1898 bis 1912, Feldpostbriefe aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, Gegenstände aus Land- und Hauswirtschaft, handwerkliche Gegenstände, Bodenfunde der Ur- und Vorgeschichte, Spielzeug, Militaria, Textilien der letzten 120 Jahre sowie das Herzstück: das Heimatarchiv. „Seit 1998 sind die Räume der Öffentlichkeit zugänglich, und jedes Jahr kommt ein neuer dazu", erzählt Wilhelm Hölscher, der mit großem finanziellen Aufwand dieses Kleinod in Eigenleistung auf seinem Grundstück geschaffen hat. Mit 16 Jahren sei das Interesse an Geschichte in dem 70-Jährigen geweckt worden. Schon 1954 entstanden bei dem Frenker die Idee und der Wunsch, eine Chronik über sein Heimatdorf zu schreiben. Einige Jahre sollte es allerdings noch dauern. Erst 2000 – rechtzeitig zur 950-Jahr-Feier des Weserdorfes – war es dann soweit: Wilhelm Hölscher konnte nach 20-jähriger Recherche- und Schreibarbeit seine Frenker Chronik präsentieren. Unterstützt wurde er bei der Arbeit von seinem Sohn. „Cord hat mit dem Computer Abschriften von den alten Dokumenten gefertigt und für den Akten- und Dokumentenbestand ein Inhaltsverzeichnis angelegt, in dem 1200 Schriftstücke verzeichnet sind", zeigt sich der Vater über das Geschichtsinteresse des Juniors erfreut. Mittlerweile seien sogar die Enkel auf seiner Welle, was nicht selbstverständlich sei.

In der von Schnelllebigkeit und Konsum gekennzeichneten heutigen Zeit reisten viele junge Menschen zwar zu den entferntesten Orten, doch was vor ihrer Haustür liege, sei den meisten unbekannt, bemängelt Wilhelm Hölscher. „Es ist traurig, dass von den 120 Frenkern nur etwa die Hälfte die Heimatstube besucht hat, obwohl der Eintritt frei ist." Dabei sei es gar nicht so schwierig, junge Leute an die Geschichte ihrer Heimat heranzuführen, hat der Frenker erfahren. „Ich habe hier schon mit großem Erfolg Grundschulklassen herumgeführt und Kindergeburtstage ausgerichtet." Gerne erinnert sich Wilhelm Hölscher an eine Gruppe amerikanischer Austauschschüler, die von den Schönschreibheften der damaligen Zeit begeistert gewesen seien, oder an einen Fahrradtouristen, der auf seiner Reise von Hannoversch Münden nach Bremen in Frenke einen Stopp einlegte und um eine Einzelführung bat. Solche Momente erfüllen den 70-Jährigen mit Freude, zeigen sie ihm doch, dass seine Arbeit gewürdigt wird. „Bis vor einigen Jahren hatten wir noch nicht mal einen Fernseher. Meine Frau und ich haben uns mit heimatgeschichtlichen Studien die Abende vertrieben", gesteht der Frenker, dessen Engagement die Dorfbewohner viel zu verdanken haben: Grabsteine und Ahnenporträts rettete er vor der Zerstörung, ein von ihm aus Kirchenbüchern gefertigtes genealogisches Verzeichnis gibt Auskunft über die Stammbäume Frenker Familien.
Hölschers Bitte: „Bevor Sie scheinbar nutzlose Dinge, die jahrelang irgendwo auf Dachböden lagerten, wegwerfen wollen, rufen Sie mich vorher an, damit ich das Material sichten kann." Er ist unter Telefon 05157/263 zu erreichen.

© Dewezet, 02.01.2003

 

Für die Mädchen Kreuzriemen und Schnallen für die Jungen


Frenke (fi). „Die Frenker Geschichte ist mein Leben". Mit diesem kurzen Satz hat Wilhelm Hölscher seine Leidenschaft für die Geschichte seines Heimatortes treffend beschrieben. Seine Frenker Heimatstuben gelten schon lange als Geheimtipp für Vereine, Gruppen und historisch interessierte Einzelpersonen. Wilhelm Hölscher hat neben der großen Diele im Erdgeschoss jetzt auch den sechsten Ausstellungsraum oben in seiner Scheune ausgebaut. Fünf davon sind bereits eingerichtet, über den zukünftigen Inhalt des sechsten wird noch geschwiegen.

Aber der fünfte soll am 31. Mai im Rahmen eines „Tages der offenen Tür" dem Publikum vorgestellt werden. Er enthält einen Teil der alten Frenker Schulstube, bestückt mit Dreisitzer-Bank, Pult und umfangreichen Lehrmaterial. Schiefertafeln, älteres Anschauungsmaterial, verschiedene Tornister, Schönschreibhefte, eine alte Europa-Lehrkarte und so weiter hat Wilhelm Hölscher in Frenke gesammelt und gerettet. Auch Lehrbücher des aus Frenke stammenden Professors für das Lehramt, Grupe, Onkel des letzten Lehrers Grupe in der einklassigen Volksschule in Frenke, die wegen zu geringer Kinderzahl 1929 geschlossen aber wegen des Vertriebenenzustromes 1946 wieder geöffnet wurde. Sie blieb dann bis 1962 im Dorf. Stolz erklärt Opa Hölscher seinem Enkel Martin den Unterschied zwischen einem alten Mädchen- und Jungentornister: Kreuzriemen am Mädchen-, Schnallen am Jungentornister! Neben der schon aufgebauten Schulstube wird zur Zeit noch im gleichen Raum eine Kinderabteilung aus dem frühen 20. und 19. Jahrhundert aufgebaut. Es lohnt sich also, am 31. Mai die Frenker Heimatstuben zu besuchen. Für diesen besonderen „Tag der offenen Tür" hat sich Wilhelm Hölscher noch etwas Besonderes ausgedacht: Er bietet einen Flohmarkt an, bei dem zirka 500 antike Gegenstände aus dem dörflichen Leben von interessierten Besuchern erworben werden können. Preis: nur eine kleine freiwillige Spende für die Frenker Heimatstuben! Einige kostbarere Exponate werden natürlich höher bewertet. Bei den angebotenen Stücken handelt es sich um doppelte oder dreifache Exemplare, die der eifrige Sammler Hölscher im Laufe der Jahre zusammengetragen hat. Also auf zum „Flohmarkt" in den Frenker Heimatstuben am 31. Mai, und nebenbei lohnt es sich bestimmt, die interessante Dorfgeschichte dieses kleinen Ortes hautnah zu erleben.

© DWZ 17.05.2003


2008

© DWZ 05.05.2008


2009

 

© DWZ 11.02.2009

 

Ausgezeichnete Leidenschaft für die Heimatgeschichte

Frenke (gm). Archäologen schätzen seine Sammlung ebenso wie die Leiter namhafter Museen. 1998 gründete Wilhelm Hölscher die „Frenker Heimatstuben“, die er auf seinem Grundstück und in seinen Räumlichkeiten auf mittlerweile etwa 400 Quadratmeter Ausstellungsfläche ohne öffentliche Zuschüsse erweitert hat. Die Besucher finden dort eine wahre Schatztruhe. In jahrzehntelanger Arbeit hat der heute 77- Jährige Stall und Scheune seines Hofes zu einem Dorfmuseum mit heimatkundlichen Raritäten umfunktioniert und verfügt darüber hinaus über ein beachtliches Archiv von alten Heimatzeitungen, Kalendern, Jahrgangs- und Schulbüchern. „Das alleine belegt schon, wie breit die Palette Ihrer heimatkundlichen Schätze ist“, lobte Landrat Rüdiger Butte, der sich bei seinem Rundgang durch die „Frenker Heimatstuben“ von der Sammel- und Restaurierungsleidenschaft sowie dem heimatlichen Engagement des Geehrten persönlich überzeugen konnte. „Wir brauchen Menschen wie Sie, die sich für das Gemeinwohl stark machen“, sagte der Landrat anerkennend, als er Wilhelm Hölscher mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland auszeichnete.
Der im März 1932 in Frenke geborene Landwirt Wilhelm Hölscher ist durch seine langjährige historische Sammlertätigkeit weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. „Das, was Sie für uns und unsere Nachkommen ehrenamtlich geleistet haben, ist und bleibt unbezahlbar“, unterstrich der Landrat. Bürgermeister Andreas Grossmann betonte, dass Wilhelm Hölscher diese Ehrung als angemessene Würdigung seines Lebenswerkes zuteil komme. „Sie waren mit Ihrem ehrenamtlichen Engagement Vorbild für Generationen und werden Vorbild für weitere Generationen bleiben“, verdeutlichte er.

© DWZ 09.12.2009

 


2012

Alte Wäschepresse ergänzt die fast 6.300 Exponate

Frenke (gm). Die Frenker Heimatstuben starten in die 14. Saison. Fast 6300 Exponate zeitgeschichtlicher Materialien hat Wilhelm Hölscher in seinen Frenker Heimatstuben zusammengetragen, um sie für die Nachwelt sorgsam aufzubewahren.

„In jedem Jahr kommt was neues Altes dazu“, sagt der 80-jährige ehemalige Landwirt begeistert. Einen Ehrenplatz in seinen über 400 Quadratmeter großen Heimatstuben hat ein Obstteller, den Hölscher von der Familie Düvel aus Esperde erhielt.
 „Diese Porzellanprägung stammt von 1935 und erinnert an das Reichserntedankfest auf dem Bückeberg“, erzählt Wilhelm Hölscher. Aber auch sehr selten und für den Sammler aus Leidenschaft bisher unbekannt ist eine Wäschepresse, die sein Sohn Cord aus Schleswig-Holstein mitgebracht hat. In diesem Jahr ist der internationale Museumstag für den 20. Mai anberaumt, aber Wilhelm Hölscher und seine Heimat-stuben wurden bereits im März von einigen Reisegruppen besucht. „Bei uns können sich Interessenten jederzeit nach telefonischer Voranmeldung unter 05157/263 einen Besuchstermin geben lassen“, informiert Hölscher. Der ehemalige Landwirt ist Mitglied im Berliner Museumsverband, daher auch weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Seine Heimatstuben ziehen jährlich 500 bis 600 Besucher an. Seit gut zwei Jahren führt Wilhelm Hölscher ein Gästebuch und er deutet stolz auf die Herkunft seiner Besucher. „Australier, Kanadier und Russen verewigten sich im vergangenen Jahr in unserem Gästebuch“, sagt Hölscher, der unermüdlich Raritäten zusammenträgt und seiner Sammelleidenschaft niemals müde wird. Verständlich, dass er bei Führungen auch viel zu erzählen weiß.
 Für die Besucher bilden die Räume schließlich einen anschaulichen Ausflug in die Geschichte.

© DWZ 29.04.2012

Ungewöhnliche Einladung zu historischer Reise

Erstmalig gemeinsam: 13 Einrichtungen im mittleren Weserbergland werben für „Museen im Wandel“
 

Weserbergland (sto). Was ist ein „Tscherperfrühstück“? Was bedeutet der Spruch „Nun legt mal einen Zahn zu“? In welchem historischen Hamelner Gebäude wohnten einst die Geschwister Wallbaum? Was verbirgt sich hinter der „Schwarzen Kunst“ im Hefehof? Aus welchen Zutaten besteht eine „Bürgerhaus-Suppe“? Wer die Antworten wissen möchte, könnte im Internet googeln, in heimischen Archiven stöbern oder sich auf Spurensuche in regionale Museen und Heimatstuben begeben. Ein guter Anlass dafür ist der „Internationale Museumstag“ am Sonntag, 20. Mai, der unter dem Motto steht „Welt im Wandel – Museen im Wandel“. Für diesen Aktionstag haben sich erstmalig zwölf regionale Museen und die Schillat-Höhle zusammengeschlossen, um zu zeigen: „Kleine sind zusammen ganz groß.“

Jede Einrichtung setzt eigene Schwerpunkte. Damit aber keine unter „ferner liefen“ untergeht, hat der vor fünf Monaten gegründete „Arbeitskreis der Leiter, Beauftragten und Vorsitzenden der Museen, Ausstellungen und Heimatstuben im Landkreis Hameln-Pyrmont“ gemeinsam ein Programm für eine historische Reise durch das mittlere Weserbergland erarbeitet. „Gemeinsam etwas auf die Beine stellen und auf verborgene Schätze in unserem schönen Weserbergland hinweisen, das ist unser Ziel“, betonte Dieter Wortmann, Sprecher des Arbeitskreises, in einem Pressegespräch im Museum Börry. Zwar gestalte jede Einrichtung den Ablauf individuell, im Vorfeld jedoch werde gemeinsam für den besonderen Tag geworben. Außerdem liegen während der Veranstaltung in allen beteiligten Museen Übersichtskarten mit Details zu der Rundreise aus, die in dieser Form eine Premiere ist.

Folgende Museen und Einrichtungen sind mit einem vielfältigen Rahmen- und Mitmachprogramm sowie Führungen für Alt und Jung beteiligt, dessen Nennung an dieser Stelle nur schwerpunktmäßig wiedergegeben werden kann: das Museum Hameln mit historischen Kinderspielen, abends sogar mit Daumenkino, das Druckerei-Museum Hameln mit Schaudrucken an einer über 200 Jahre alten Kniehebelpresse, das Museum im Wettbergischen Adelshof, Bad Münder, mit dem Freilichtmuseum „Bürgerhaus“ und einem Kutschen-Pendelverkehr, Forum-Glas, Bad Münder, mit der magischen Leuchtkraft des Lichts, das Deutsche Stuhlmuseum Eimbeckhausen mit Wissenswertem über Flechten, Weben und Stuhlsitzen, das Museum für Landtechnik und Landarbeit Börry mit historischer und moderner Technik, die Heimatstuben Hölscher in Frenke mit Flohmarkt und historischen Schaukämpfen, das Museum in der Burg Coppenbrügge mit einem Waschtag anno dazumal, das Feuerwehrmuseum Kirchohsen, die Schillat-Höhle, das Schlossmuseum Hämelschenburg mit Kunsthandwerk, das Museum im Schloss Bad Pyrmont mit zwei szenischen Führungen „Oh Trampel – Meine Nerven“ sowie das Besucherbergwerk Osterwald mit Bergbau zum Anfassen.

Die Öffnungszeiten sind unterschiedlich. Die Kernzeit liegt jedoch zwischen 11 bis 17 Uhr. Ausnahme ist das Besucherbergwerk Osterwald, das bereits mit einer „Frühschicht“ um 6 Uhr beginnt, die abgerundet wird mit einer (angemeldeten) rustikalen Bergmannsmahlzeit – dem Tscherperfrühstück. Details, auch hinsichtlich der Eintrittspreise, können bei den jeweiligen Einrichtungen erfragt werden.

 

© DWZ 11.05.2012


2013

 

© DWZ 06.05.2013


2014

 

© DWZ 02.05.2014


2016

© DWZ 18.05.2016

 


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last update: 08.04.2018

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