Wappen Frenke

FRENKE

Zum Namen des Ortes


Der Name des Ortes

Die Franken haben, in Anlehnung an die altsächsischen Gaue und deren Zentralorte, "Königshöfe", aber auch Bauerndörfer mit fränkischen Siedlern gegründet. Man kann annehmen, das Karl der Große 700 - 800 n. Chr., als er gegen die Sachsen zog, hier einen Stützpunkt einrichtete. Es liegt nicht nur neben dem Predigtstuhl, der wie der "Gohstuhl" im Hilligsfelder Eichberg ein alter Thingplatz war, sondern zugleich am Weserübergang, der kürzesten Wegverbindung zwischen Schieder und Elze, und zwar je einen Tagesmarsch von diesen beiden (nachweislich von Karl dem Großen gegründeten!) Königshöfen entfernt. Daher läßt sich eventuell der Name Frenke ableiten, der als erstes 840/1050 mit Vranki, 1344 mit Vrenke, 1783 mit Frencke oder Frengke angegeben wird.
So auch S.D.G. Freydank in seinem Aufsatz "Die Bedeutung der Ortsnamen des Kreises Hameln-Pyrmont" 1929:
"(...) Da aber andererseits gerade die sächsische Bevölkerung bei Frenke besonders zäh an dem heidnischen Cultus der Vorfahren festhielt (s. Meissel, Der Kreis Hameln, S.15), so ist mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß eine fränkische Streitmacht die Gegend zunächst besetzte, um dort nach und nach angesiedelt zu werden. So entstand mit der fränkischen Ansiedlung der älteste Name des Ortes: "Vranki" zur Bezeichnung der Stelle, wo die Vranki (man beachte die Mehrzahl) in größerer Zahl ihren Wohnsitz genommen hatten (...)."
Und weiter im selben Artikel: "(..) Wenn später ein Rittergeschlecht "von Frenke" auftaucht, so ist nach der dargestellten Entwicklung anzunehmen, daß dieser Herkunfts-Name von der Benennung der Ortschaft herrührt, nicht etwa umgekehrt der Name der Ortschaft von der Familie von Frenke." [1]


Karte Frenke 1860
Flurkarte Frenke zur Zeit der Verkopplung um 1860


Das Für und Wieder der Namensgebung hat auch Prof. Dr. Kurt Brüning in seinem Buch über den Landkreis Hameln-Pyrmont von 1952 erörtert:
"(...) Ob und inwieweit bald nach 800 eine f r ä n k i s c h e S i e d l u n g angesetzt wurde, ist fraglich. An den wichtigen Einfallstoren zum Weserland entstanden zwar fränkische Königshöfe als strategische Stützpunkte, doch liegen sie hart außerhalb der Kreisgrenze: Schieder, Lügde. (....) Ob der Ort Frenke, dessen Name mit einem fränkischen Stützpunkt in Beziehung gebracht wird, tatsächlich ein solcher war, scheint recht zweifelhaft, weil er von dem Weserübergang bei Grohnde ziemlich weit entfernt liegt und ihn nicht einmal übersehen geschweige denn beherrschen kann. Allerdings verzeichnen alte Karten (aus dem 18. Jahrhundert) einen auffallend bruchigen Wiesenstreifen von Hajen über den Westrand Frenkes bis Latferde, der seiner Gestalt nach ein alter Weserarm gewesen sein kann. Danach würde Frenke doch als Flußübergangsort für ältere Zeit in Frage kommen. (...)". Der bei Brückmann angedeutete Weserarm ist Realität gewesen. Er floß zwischen dem heutigen Grohnder Fährhaus und Frenke im heutigen niederen Bruch. Dieser Weserarm und das heutige Flußbett bildeten die Insel Stembul auf der quasi heute das schon genannte Fährhaus steht. [2]

Ludwig Bückmann schreibt zum Namensproblem 1930 in einem Aufsatz "über die Ortsnamen des Landkreises Hameln" kürzer:
"Der Ortsname F r e n k e (Franki, Vranki) scheint eine Substantivbildung vom Stamme frank "frei" zu sein ("die Freie, Freiheit"?), vielleicht fränkischen Ursprungs." [3]

Anders im Erklärungsansatz als Freydank, aber sehr ähnlich im Ergebnis, der Namensforscher Hans Bahlow. Er schreibt:
"Frenke: Wenn am Bodensee in die Ergholz (die vorgerm. Argantia) eine Frenke fließt und b. Hameln a. Weser (an den Bruchwiesen der Ilse!) eine Ortschaft Frenke (urkundl. Franki) begegnet, dann kann frank nur ein verschollenes Wort für Wasser oder Sumpf sein! (...) So findet auch der Volksname Franken endlich seine Aufhellung, - heißt es doch von ihnen ausdrücklich "Franci inviis strati paludibus": "zwischen den unwegsamen Sümpfen (der Rheinmündung) wohnend"!. (...)" [4]

Nach Bahlow stammt der Dorfname Frenke also nicht von den Franken, sondern beide Namen (Frenke und Franken) haben den gleichen Ursprung.
Welcher Namensdeutung man auch den Vorzug geben möchte; für einen Stützpunkt der Franken an dieser Stelle spricht einiges und auf diesem Stützpunkt der Franken entwickelte sich das Geschlecht der "von Vrenke".


Literaturhinweise:

[1] Freydank, S.D.G.: Die Bedeutung der Ortsnamen des Kreises Hameln-Pyrmont", 1929, S. 85.
[2] Brüning, Kurt: Der Landkreis Hameln-Pyrmont, Hrsg. Akademie für Raumforschung und Landesplanung,  
     Bremen, 1952, S.110
[3] Bückmann, Ludwig: "Über die Ortsnamen des Landkreises Hameln", in: Niedersachsen, Heft 6,
     Juni 1930, S. 312
[4] Bahlow, Hans: Deutschlands geographische Namenswelt - Etymologisches Lexikon der Fluß- und
     Ortsnamen alteuropäischer Herkunft, Frankfurt 1985.


Heißen Sie Frenke?

Ja? Dann haben Sie einen nicht sehr häufigen Namen!

Außer unserem Ortsnamen und einem kleinen Bach gleichen Namens in Süddeutschland kommt der Name als geographischer Begriff in Deutschland nicht vor.

Da ist es durchaus im Bereich des Möglichen, daß Ihre Vorfahren etwas mit Frenke zu tun hatten. Haben Sie mal geforscht?

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last update: 28.07.2012